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Mehr "Gehör" für Working Out Loud

WOL - Working Out Loud - Kapitel 1

Eine Beitragsserie von Klaudia Weber

 

Sind Sie auch jedesmal zu Jahresbeginn voller Tatendrang für neue Dinge?


Ja? Dann möchten Sie sich vielleicht auch, wie ich, in nächster Zeit mehr mit dem Thema "Working Out Loud" – kurz: WOL – auseinandersetzen. Bei WOL geht es darum, das eigene Wissen und die eigene Arbeit sichtbar zu machen. Dadurch können mehr Menschen inner- und außerhalb Ihres Unternehmens davon profitieren. Zudem handelt es sich dabei um eine wirksame Lernmethode, die ich sogleich in Form eines Selbstversuchs erproben möchte. Das Ziel? Working Out Loud mithilfe von Working Out Loud zu "erlernen", learning by doing ...


Um auch Sie für das Thema zu begeistern, werde ich meine Erfahrungen und Erkenntnisse zu Working Out Loud – ganz im Sinne der WOL-Philosophie – in Form von regelmäßigen Beiträgen teilen. So kann ich

  • dem meiner Meinung nach sehr wichtigen und zeitgemäßen Thema mehr "Gehör" verleihen und
  • gleichzeitig meine Lernerfahrungen reflektieren und schriftlich verankern.

Ich hoffe, Ihr Bedarf an neuen Sichtweisen und Impulsen für ein zukunftsfähiges Arbeiten und Lernen ist noch nicht gedeckt ... Sie dürfen sich auf jeden Fall herzlich dazu eingeladen fühlen, in die WOL-Erfahrungswelt einzutauchen!

 

Ja, "ich WOL"

Working Out Loud

"Wissen teilen" statt "Wissen ist Macht"

 

Doch wo starten,
um Working Out Loud "begreiflich" zu machen?

 


Am besten mit dem Begriff selbst!


Dieser tauchte zum ersten Mal 2010 in einem Blogartikel des IT-Beraters und Bloggers Bryce Williams unter dem Titel „When will we Work Out Loud? Soon!“ auf. Der Gedanke dahinter: „Wissen teilen“ statt „Wissen ist Macht“. Was bisher unter Social Collaboration und Collaborative Learning firmierte, wurde durch Williams treffend mit der Wendung „Work Out Loud“ zusammengefasst. Es brauchte ein paar Jahre und praktische Erfahrungen mit der Herangehensweise, bis John Stepper 2015 eine Weiterentwicklung des Gedankens in Buchform veröffentlichte und eine Methode daraus ableitete: „Working Out Loud: For a Better Career and Life“. [1]


Here we are ... Meine Lernreise wird also bei John Stepper beginnen. 


 

Wie es dazu kam, dass John sich nicht einfach "lautlos" seinem Schicksal ergab

Als im Jahr 2008 John Stepper zu seinem Boss ins Büro gerufen wurde, bekam er gleich zu Beginn folgenden Satz zu hören: „John, we have to make a change“. Von Reorganisation war die Rede und davon, dass er eine neue Rolle im Unternehmen finden müsse. Kurz und gut: Sein Job war gefährdet.

Nicht zuletzt aus therapeutischen Gründen – wie er auch selbst in seinem Buch beschreibt – beschloss John, Blogs über Themen zu schreiben, die ihn aktuell interessierten. Vor allem seine Beiträge über "Social Media" und "Kollaboration" fanden großen Anklang. Die Menge der Leserschaft wuchs, und immer mehr Menschen aus dem Unternehmen wandten sich an John, um dessen Meinung einzuholen. Das war für John natürlich erbaulich und erfreulich. Aber vor allem freute es ihn, dass er – als positiver Nebeneffekt – mit jedem Beitrag neue Fertigkeiten entwickeln bzw. bestehendes Wissen vertiefen konnte.

Zudem konnte er feststellen, wie leicht es möglich war, sich mithilfe einer Low-tech-Social-Media-Plattform mit anderen Menschen zu vernetzen und im Ergebnis mehr „Bewegung in die Sache(n)“ zu bringen. Und er konnte am eigenen Leib erfahren, wie das Sichtbarmachen seiner Ideen und seiner Arbeit zu einer Stärkung seiner Position im Unternehmen, aber auch darüber hinaus, führte.

„I saw that by making my ideas and work visible, I was shaping my reputation and getting access to opportunities I wouldn`t have known about otherwise“

John Stepper [2]

Trotz des Wissens um die Bedeutung eines guten persönlichen Netzwerks fehlte es ihm an hilfreichen Verbindungen, die ihm themenspezifisch weiterhelfen konnten. Aus diesem Grund schrieb er sich in einen Kurs namens „Relationship Masters Academy“ ein. Hier lernte er die Vorteile von sogenannten „peer support groups“ kennen, in denen Menschen mit gleichen Anliegen und Aufgaben einander wirksam unterstützen können.

Insgesamt führten seine Bemühungen und Anstrengungen dazu, dass er sich im Unternehmen darauf fokussieren konnte, die Mitarbeiter dazu zu bewegen, öfter und besser zusammenzuarbeiten. Er schuf sich dadurch eine Sonderstellung und  konnte sich in einer neuen Rolle wiederfinden –  ganz so, wie damals von seinem Boss „gewünscht“.


Dass sich John also "Gehör" verschaffte, war nicht nur für ihn selbst gut, sondern gab der WOL-Bewegung eine neue Dynamik.


 

Der Weg zu gemeinschaftlicheren, agileren und menschlicheren Organisationen

Doch wie konnte es John Stepper konkret gelingen, im gesamten Unternehmen einen Wandel zu mehr gemeinschaftlichem Arbeiten und, damit einhergehend, zu mehr Agilität einzuleiten? Oder anders formuliert: Was sind die zentralen Schlüsselelemente von Working Out Loud?

„I studied how to change people’s habits and learned that the research findings are remarkably conistent. They all include the need to take small steps, chart your progress, reward successes and seek peer support.“

John Stepper [2]

Vor allem die schrittweise Annäherung an das eigene Ziel, deren Dokumentation samt Belohnung und die Unterstützung durch Peers und Experten schienen also essenziell zu sein.

Mit diesem Wissen ausgerüstet, begann John Stepper im Jahr 2009 mit dem Coaching von Personen – und zwar über einen Zeitraum von 12 Wochen hinweg. Gestartet wurde jeweils mit einem konkreten Ziel, das den Coachees wichtig war. Danach ging es darum, Menschen zu finden, die beim Erreichen dieser Ziele behilflich sein konnten, indem mit diesen Personen ein Netzwerk aufgebaut wurde.


Das waren die Anfänge der ersten Working Out Loud Circles.


Wie diese Circles konkret aussehen, werde ich in meinen folgenden Beiträgen beleuchten. Vor allem werde ich mich eingehender mit einem der "Treiber" von Working Out Loud beschäftigen. Das ist nämlich,

  • neben Kontrolle und
  • Kompetenz,
  • die Verbundenheit.

Gemeint ist die Verbundenheit mit anderen Menschen und zu einem Ziel, das größer ist als wir selbst. [3] Diese Aussage erinnert mich an ein Interview, das wir einst mit dem Gehirnforscher Gerald Hüther führten. Doch dazu das nächste Mal mehr.


Vielleicht haben Sie ja Zeit und Interesse, meinem nächsten Beitrag wieder "beizuwohnen"? Und vielleicht haben Sie zudem Lust, diese Zeilen um Ihr Wissen zu erweitern, indem Sie einen Kommentar dazu abgeben? Ganz nach dem Motto: "Working out loud"?


 

II

Working out loud

Kontrolle - Kompetenz - Verbundenheit