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Was tut sich in Sachen Tourismus?

Aussichtfenster in die Natur

in-manas auf den Spuren des Megatrends „Neue Geschäftsmodelle“
 

Pop-up-Gastronomie, Life-Work-Blending und Slow Travel


Dass Krisenzeiten immer auch als Chance gesehen werden können, mit der Neues entsteht oder bestehende Trends befeuert werden, zeigte sich insbesondere in den vergangenen Monaten über alle Branchen hinweg. 


Auch im Tourismus gab es viel Raum, in dem innovative Geschäftsmodelle entwickelt werden konnten, die den Geschmack neuer Zielgruppen treffen oder verstärkt dem Bedürfnis nach mehr Ruhe und Nachhaltigkeit und damit nach neuen Lebenskonzepten nachkommen. So entstehen

  • mit sogenannten Pop-up-Restaurants immer mehr temporäre gastronomische Betriebe, die als Spielwiese für Newbies gesehen werden können: sowohl für Gastronomieneulinge, die innovative Konzepte ausprobieren möchten, als auch für junge (oder jung gebliebene) Gäste, die offen für Neues sind,
  • mit den Tiny Houses nicht nur kleine Hotels, die komfortable Erholungsräume mitten in der Natur darstellen, sondern auch mobile Arbeitsplätze im Grünen, was bestens den Work-Life-Blending-Trend bedient, bei dem sich Arbeit und Freizeit zusehends vermischen, oder auch
  • mit neuen Nachtzugkonzepten hotelähnliche Unterkünfte auf Schienen, die als nachhaltige Alternative zum Fliegen gesehen werden können und somit einen weiteren Baustein für einen sanfteren Tourismus darstellen.

Bereit für eine kleine Inspirationsreise?
 


Pop-up-Restaurants: ganz nach dem Geschmack junger Generationen


Pop-up-Restaurants gibt es bereits seit Jahren, insbesondere in Australien und England sind sie seit Beginn der 2000er-Jahre keine Seltenheit. Dabei handelt es sich um temporäre gastronomische Betriebe, in denen beispielsweise kulinarische Konzepte getestet werden. Oftmals werden auch vorübergehend geschlossene Restaurants und damit ungenutzte Küchen von jungen Fachkräften und Nachwuchsköchen verwendet, die ihre Fähigkeiten im Bereich der Gastronomie unter Beweis stellen wollen – auch in der Hoffnung, den „Geschmack“ von Investoren zu treffen. Mittlerweile scheint dieses Konzept auch andernorts Fahrt aufzunehmen, nicht zuletzt deshalb, weil für viele Absolventen gastronomischer Ausbildungen das Pflichtpraktikum coronabedingt ausfiel und sie sich entsprechend organisieren mussten. Die gute Nachricht: Pop-up-Restaurants scheinen den Nerv junger Leute zu treffen. Laufend tun sich neue und ungewöhnliche Locations auf, die für Abwechslung und besondere Erlebnisse sorgen. Dass die Lokale nur kurze Zeit bestehen, wird mittlerweile nach- und ausdrücklich vermarktet, was auch bestens zu funktionieren scheint. Wenn das neue Lokal nämlich nach kurzer Zeit wieder schließt – einige Bars und Restaurants sind nur wenige Wochen oder Tage offen –, setzt das so manche Gäste aus der Szene unter Druck. Bevor ein Restaurant verschwindet, muss man ja da gewesen sein, um zu zeigen, dass man informiert ist und sich auskennt. Dass dieses Konzept auch in Österreich funktioniert, zeigen unter anderem die Boys & Marie. [1]


Tiny Houses als Hotels im Grünen oder für mobiles Arbeiten


Das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung in der Natur steigt bei vielen Menschen und spielt auch bei Urlaubsentscheidungen eine maßgebliche Rolle. Doch das klassische Campen ist nicht jedermanns Sache. Das norddeutsche Start-up Noordsk bietet ganze Wohnräume auf wenigen Quadratmetern und will mit seinen Tiny Houses für mehr Tourismus mit kleinen Hotels im Grünen sorgen. Die Häuser sind aus natürlichen Materialien gefertigt und bieten auf nur 21 Quadratmetern alles, was man braucht: Schlafzimmer, Arbeitsplatz, Chill-out-Lounge, Küche und ein voll ausgestattetes Badezimmer. Auch Privatpersonen können mit den Tiny Houses eine kleine Ruheoase erstehen … Oder ein Büro, denn neben den kleinen Wohnhäusern gibt es auch Work Spaces im Angebot, die als flexibles Homeoffice zum Einsatz kommen sollen und einfach in die Natur oder – falls vorhanden – in den eigenen Garten gestellt werden können. Auch hier fehlt es nicht an Komfort: Die Minibüros bieten einen großzügigen Arbeitsplatz, ein ausziehbares Tagesbett und eine kleine Teeküche. Die Räumlichkeiten liegen preislich bei 120.000 Euro und benötigen derzeit vier Wochen Fertigungszeit. Wer solch ein Designhäuschen einmal ausprobieren möchte, kann es auch mieten. [2]


Übernachtfahrten für nachhaltiges Unterwegssein


Einsteigen, schlafen gehen, aufstehen, ankommen – so neu ist das Konzept der Nachtzüge ja nicht. Neu ist allerdings, dass das „Hotel auf Schienen“, superkomfortabel ausgestattet, gepaart mit nachhaltigem Reisen daherkommt. Das französische Unternehmen Midnight Trains richtet sich mit seinem Angebot an Menschen, die auf Kurz- oder Mittelstrecken die Reise mit dem Flugzeug einfach nicht (mehr) machen wollen. Es wird argumentiert, dass sich auch bei nur zwei Stunden Flugzeit die Zeitaufwände durch An- und Abreise zu den Flughäfen summieren. Durch die zentrale Lage der Bahnhöfe inmitten der City würden die Wege zum Flughafen entfallen. Die privaten Kabinen, in denen man nächtigt, sind – hotelähnlich – mit hochwertigen Betten und Badezimmern ausgestattet, egal ob für Einzel- oder Doppelbelegung oder sogar Familien. Das Essensangebot kann im eigenen Zimmer wahrgenommen werden oder im Speisewagen des rollenden Beförderungsmittels. Von Paris aus werden zehn Destinationen angefahren, u. a. Rom, Madrid, Berlin oder Edinburgh. Ausschlaggebend ist, dass das Reisen mit dem Mitternachtszug bspw. von Paris nach Rom 23-mal weniger umweltbelastend ist als die Reise mit dem Flieger auf derselben Strecke. Slow Travel liegt nicht umsonst voll im Trend; es kommt grüner, stressfreier, bewusster und vor allem angenehmer daher. [3]


Inspiriert? Dann am besten gleich einen Nachtzug nach Rom, Madrid oder Berlin buchen, dort dann für ein paar Tage oder Wochen ein Tiny House beziehen und abends das eine oder andere Pop-up-Restaurant aufsuchen! Oder Sie erfinden einfach etwas ganz anderes und setzen damit neue Trends und Maßstäbe, die dem Wandel des Tourismus und einer neuen Zielgruppe gerecht werden. 

II

QUELLEN UND LESETIPPS

[1] Die Boys & Marie: zwei weitere Pop-up-Restaurants für Wien

[2] noordsk.studio: Tiny House der besonderen Art

[3] Midnight Trains — a new 'hotel on rails' — offers both comfort and sustainable travel


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