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Städte als „Brutstätten“ neuer Trends?

Bild einer Großstadt im Grünen

Karla Prigge auf den Spuren von Innovationen rund um den Megatrend
URBANISIERUNG

 

Warum „intermodale Mobilität“ eine Zauberformel für die attraktive Stadt der Zukunft sein könnte


Damit Städte für die Zukunft gewappnet sind, muss die Gestaltung ihrer öffentlichen Räume gut durchdacht sein. Ein Stadtkonzept muss nicht nur etwaige politische, technische, soziale und klimabezogene Krisen aus diversen Perspektiven einbeziehen, sondern auch den privaten und gesellschaftlichen Bedürfnissen ihrer Bewohner entgegenkommen. Urbane Räume treten dabei vielfach als „Brutstätte“ zahlreicher Trends in Erscheinung. Wir haben uns angeschaut, was sich aktuell in Städten tut, um besser einschätzen zu können, welche Entwicklungen sich abzeichnen. Dabei sind wir unter anderem bei der „intermodalen Mobilität“ hängengeblieben. Was man darunter versteht und wie sie in die Wege geleitet werden könnte, erfahren Sie hier anhand von drei ausgewählten Beispielen, die Karla Prigge – Innovation Scout bei in-manas – für uns ausfindig gemacht hat.


Bewohner von Städten haben heutzutage viele Ansprüche an ihren Lebensraum. Er soll schadstofffrei und leise sein und mit zahlreichen Grünflächen und Erholungsgebieten aufwarten. Zugleich soll die öffentliche Infrastruktur anregend und vielfältig und vor allem möglichst gut und schnell erreichbar sein. Klingt nahezu unmöglich, diese Gegensätze zu vereinen, außer man kennt das Konzept der „intermodalen Mobilität“. Damit ist gemeint, dass auf dem Weg von A nach B unterschiedliche Verkehrsmittel genutzt werden können, wobei sie idealerweise nahtlos aneinander anknüpfen. Und hier gibt es bereits spannende Ansätze. Erfahren Sie im Folgenden,

  • wie sich über „Mobility Hubs“ eine Verkehrswende forcieren lässt
  • wie man Aschenbecher-Säulen an Bahnhöfen zu E-Bike-Ladestationen umwandeln und dadurch mehr Menschen zum Umsteigen aufs Rad animieren kann
  • wie ein geländegängiger E-Roller einen entspannt zu Business-Terminen im Zentrum wie auch zu Picknickverabredungen im Stadtwald bringt
     

BEISPIEL 1
Verkehrswende in Städten über Knotenpunkte gestärkt

Die Zahl der Autos in den meisten Innenstädten geht bisher nicht nennenswert zurück – obwohl der Lärm, Lungenleiden oder auch die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern dafürsprächen (es ließen sich weitere Aspekte anführen) und obwohl viele politische Instanzen dies schon länger zum Ziel erklären. Umso erfreulicher, dass immer mehr kreative Beispiele einzelner Städte die Verkehrspolitik gemeinwohlorientiert voranbringen, etwa die „Mobility Hubs“ in Minneapolis in den USA: Dies sind gut zwei Dutzend Orte in der Stadt, die für diverse Transportformen zugleich zum Knotenpunkt entwickelt wurden. Fahrradrouten, Bushaltestellen oder auch Carsharing-Stationen kommen hier zusammen, namentlich Verkehrsmittel mit geringer Umweltbelastung. Es braucht dafür keine großen städtebaulichen Eingriffe, sondern diese Drehkreuze finden sich zum Teil auch einfach an Straßenecken. Der Standortwahl ging eine Analyse umfassender Datensätze zur Verkehrsmittelnutzung voraus. Für die Macher hinter diesem Konzept ist wichtig, die individuelle Fortbewegung sicherer, bequemer und so zuverlässig wie möglich zu machen, wofür sie gezielt einige Hemmschuhe ausräumen wollten, die die Menschen für gewöhnlich von der Nutzung gemeinschaftlicher Verkehrsmittel abhalten. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch, die neuen Anlaufpunkte einladend zu gestalten, damit sie – im doppelten Sinne – gut gefunden werden. [1]


Randbemerkung zu in-manas

Wir entwickeln nicht nur digitale Management- und Consulting-Assistenzsysteme. Vielmehr eröffnen wir unseren Kunden mit unserem Innovationskompass auch die Möglichkeit, direkt auf unsere smarte Datenbank zuzugreifen, die mehrere Tausend Beiträge beinhaltet und täglich aktualisiert wird. Damit können Unternehmen sich einen Wissensvorsprung verschaffen und ihre Innovationsarbeit mithilfe von smarten Tools aus unserem Trendlabor perfektionieren.

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BEISPIEL 2:
Alte Aschenbecher-Säulen am Bahnhof werden zu E-Bike-Ladestationen

Holland ist eine Fahrradnation. Das ist bekannt. Und: In Holland gilt bereits seit dem Jahr 2004 ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und somit auch an Bahnhöfen. Seither stehen sämtliche Aschenbecher nutzlos herum. Der E-Bike-Hersteller VanMoof und die Firma Lightwell aus Amsterdam haben sich nun zusammengeschlossen und wollen diese Aschenbecher-Säulen nach und nach zu E-Bike-Ladestationen umfunktionieren. Dafür wurde eine Ladestation entwickelt, die direkt integriert werden kann. Das stimmt zahlreiche Pendler positiv, die mit ihren E-Bikes täglich weite Strecken zur Arbeit fahren und um jede zusätzliche Ladestation froh sind. Außerdem erhofft sich die Regierung, dass damit ein weiterer Anreiz geschaffen wird, damit die Menschen für die Strecken vom und zum Bahnhof vom Auto auf das E-Bike „umsteigen“ – im wahrsten Sinn des Wortes. Ein „bahnbrechendes“ Best-Practice-Beispiel in Sachen Upcycling und CO2-Reduktion. [2]

BEISPIEL 3:
Geländegängiger E-Roller, top für Business-Termine wie für Trips ins Grüne

Während Elektroroller kaum noch aus Großstädten wegzudenken sind, verheißt ein ähnliches, aber doch ganz anderes Modell vielleicht viel größeren Fahrspaß: der GeeBee. Dies ist ein geländegängiger E-Scooter, der sich als kostengünstiges Fahrzeug für Firmenflotten, Reiseanbieter oder auch ganz rasant für den privaten Ausflug ins Grüne eignet. Sie benötigen ein robustes Gefährt für Fahrten über eine Baustelle? Sie möchten Ihre Mitarbeiter bei einem Firmenevent mit einem ungewöhnlichen fahrbaren Untersatz überraschen? Sie wollen auf dem Weg zum Geschäftstermin schnell und wendig durch die enge Großstadt fahren, aber nicht an Bordsteinkanten und Baumwurzeln auf ruinösen Radwegen hängenbleiben? Dann bietet sich der akkubetriebene Roller an, der sich als trefflicher Baustein in das Mosaik aus Verkehrsmitteln für die Mobilität der Energiewendeära einfügt – ausgestattet mit Gepäckträger für die Aktentasche wie den Werkzeugkoffer und mit einer Reichweite von 50 km sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 32 km/h. Der Hersteller zielt darauf ab, kleine wie große Firmenflotten mit einem wartungsarmen, flexiblen, sparsamen Fahrzeug zu ergänzen, das wie gemacht ist für grünen Strom. Ein flotter Beitrag zur Verkleinerung des unternehmerischen CO2-Fußabdrucks. [3]


In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viele „intermodale Ideen“, die eine neue Kombination verschiedener Verkehrsträger für möglichst emissionsfreie und besonders lebenswerte Städte zulassen.

Karla Prigge und das gesamte in-manas-Team

II


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QUELLEN UND LESETIPPS

[1] ’Mobility Hubs’ Become Community Anchors in Minneapolis

[2] Niederlande: Öffentliche Aschenbecher werden zu E-Bike-Ladesäulen

[3] Concept Geebee

Über die Autorin

Foto: Karla Prigge
Karla Prigge
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Karla Prigge ist für in-manas als Innovationsscout tätig und gibt uns immer wieder spannende Einblicke zu neuen Entwicklungen in Sachen Energie & Klimawandel, Instabilität von Gesellschaft & Wirtschaft sowie Mobilität & Urbanisierung. Die Beiträge der selbstständigen Lektorin, Übersetzerin und Geisteswissenschaftlerin aus Bremen können Sie nicht nur auf unserem Blog lesen, sondern auch in unserem Innovationskompass bzw. Trendlabor.