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Spacig: Innovationen rund um das Thema Weltraum

Weltraumbild

Elisabeth Ackerler auf den Spuren von Innovationen rund um den Megatrend „Innovative Technologien, Materialien und Fertigung“


Tauchen Sie ein in das „Universum der neuen Dinge“


Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2021. Dies sind die Entdeckungen von Elisabeth Ackerler, die unter anderem bei in-manas als Innovation Scout tätig ist und seit geraumer Zeit neue Themen und „Welten“ für unseren Innovationskompass erforscht. Vielleicht ist auch für Sie Neues dabei, von dem Sie in dieser Form noch nichts gehört oder gelesen haben?


Wissen Sie, was Astronauten und Taucher gemeinsam haben? Oder anders gefragt: Haben Sie schon davon gehört, dass im englischen Cornwall die größte Testeinrichtung weltweit gebaut werden soll, in der für diese beiden Zielgruppen extreme Bedingungen in einer sicheren und kontrollierten Umgebung simuliert werden können? Oder: Haben Sie gewusst, dass Weltraummüll mittlerweile getrackt werden kann und dass es sich dabei um ein innovatives und lukratives Geschäftsmodell handelt? Nein? Dann wissen Sie mit Sicherheit auch noch nicht, dass es schon bald die präziseste 3D-Karte des Alls geben wird.

Unsere „Ferndiagnose“? Sie sollten sich noch ein bisschen weiter vor in diesen Webspace wagen … und nach unten scrollen.

 


Weltweit größter Pool für Astronautentrainings und Tests von Unterwassertechnologie


Was haben Taucher und Astronauten gemeinsam? Neben der Sauerstoffflasche und dem Anzug sicherlich auch das Unterwassertraining. Tatsächlich tauchen Astronauten zur Simulation der Schwerelosigkeit erstmal im Astronautenanzug ab. Dazu braucht es einen speziell für diese Zwecke adaptierten Pool. Solche sind in den großen Astronautenzentren zu finden, wie dem Goddard Space Flight Center der NASA, dem Europäischen Astronautenzentrum in Köln oder dem Sternenstädtchen in Moskau. Aber auch für die Entwicklung von Unterwassertechnologien – beispielsweise Tiefseerobotern – sind entsprechende Testeinrichtungen notwendig, um unter anderem extreme Bedingungen in einer sicheren und kontrollierten Umgebung simulieren zu können. Im englischen Cornwall soll nun die für solche Zwecke bisher größte Testeinrichtung weltweit gebaut werden. Der Pool „Blue Abyss“ ist als 50 mal 40 Meter großes Stufenbecken konzipiert, das in einem 16 Meter breiten Schacht bis zu 50 Meter tief hinabreicht. Das Becken soll über 42.000 Kubikmeter Wasser fassen, was ungefähr 17 olympischen Schwimmbecken entspricht. Ein Schiebedach und ein 30-Tonnen-Kran sollen es ermöglichen, auch große Objekte in das Becken hinabzulassen. Durch Steuerung von Temperatur, Beleuchtung, Salzgehalt oder Strömungen in verschiedenen Tiefen können zukünftig Astronauten verschiedenste Bedingungen testen, und für Tauchboote, Tiefseeroboter und andere Marinetechnik lässt sich die Performanz überprüfen. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, soll die Anlage nach einer 18-monatigen Bauphase 2023 in Betrieb gehen. [1]

 


Kommerzielles Weltraumradar deckt Low-Earth-Orbit vollständig ab


Der mittlerweile gängige Begriff „NewSpace“ wird weitläufig verstanden als umfassende Bezeichnung für revolutionäre Technologien und kommerzielle Akteure, die quasi ein neues Zeitalter in der Raumfahrt eingeläutet haben. Zu den Pionieren im NewSpace gehören vor allem Unternehmen, die Raketen, Satelliten, Raumfahrzeuge oder gleich komplette Weltraummissionen entwickeln oder betreiben. Aber auch das von Elon Musk gegründete SpaceX – mit Technologien wie etwa dem Starship-Raketenprojekt zur Kolonisierung des Mars – gehört dazu. Eine eher seltene Spezies unter den Wegbereitern des NewSpace sind diejenigen Unternehmen, welche Dienstleistungen im sogenannten Bodensegment der Weltraumökonomie anbieten: zum Beispiel das Silicon-Valley-Unternehmen LeoLabs, das mit seinen Radaren Weltraummüll trackt und in Costa Rica nun ein zweites S-Band-Radar in Betrieb genommen hat. Aufgrund der äquatorialen Lage erreicht LeoLabs somit eine vollständige Abdeckung der erdnahen Umlaufbahn LEO (aus dem Englischen „Low-Earth-Orbit“). Darüber hinaus verfügt das Weltraumradar in Costa Rica über eine beispiellose Fähigkeit zur Verfolgung von Objekten, einschließlich aktiver Satelliten und winziger orbitaler Trümmer mit einer Größe von nur zwei Zentimetern. Durch die Positionierung von zwei Weltraumradaren versucht man außerdem, Rückschlüsse auf die Umlaufbahn der Objekte zu ziehen. Grund genug für das Unternehmen, sich zu erhoffen, von diesem Standort aus ein „Space Traffic Management“ über die nächsten 20 Jahre zu führen. [2]

 


Das Universum in 3D – mehr Science als Fiction


Internationale Kooperationen in der Forschung sind vielleicht nichts Ungewöhnliches, dennoch vergisst man leicht, dass dadurch erst Erstaunliches möglich wird. Ein internationales Forschungsprojekt rund um das „Dark Energy Spectroscopic Instrument“ (DESI) möchte nun die präziseste 3D-Karte des Universums liefern. Bis zu 150.000 Objekte sollen dazu in einer „guten“ Nacht vermessen werden, und das Ganze fünf Jahre lang. Möglich machen dies neben internationalen Forscherteams auch die größten Teleskope, präziseste Instrumente sowie entsprechend leistungsfähige Software und Datensysteme. Außerdem kann auf Arbeiten aus vergangenen Projekten wie den „DESI Legacy Imaging Surveys“, der NASA-Mission WISE oder der ESA-Mission Gaia zurückgegriffen werden. Simulationen von Scheinvermessungen unterstützen die Ermittlung der Feldauswahl für Vermessungsarbeiten. Die daraus gewonnenen Algorithmen können im Echtbetrieb durch den „Next Field Selector“ verwendet werden, um das optimale Feld für die Beobachtung in Echtzeit auszuwählen. Dank robotergesteuerter Glasfasern kann das DESI gleichzeitig die Spektren von 5.000 Galaxien einfangen. Daraus können Forscher dann die chemische Zusammensetzung der strahlenden Objekte ableiten sowie deren Bewegungen und relative Distanzen berechnen. Im Ergebnis entsteht daraus die bisher umfangreichste 3D-Karte des expandierenden Universums, welche bis zu Galaxien in 11 Milliarden Lichtjahren Entfernung reichen soll. Mit den Forschungsarbeiten erhofft sich die internationale Wissenschaftsgemeinschaft neue Erkenntnisse über die „Dunkle Energie“ und die beschleunigte Ausdehnung des Universums. [3]


Wir hoffen, die kleine „Reise“ war für Sie interessant. Wir lassen Sie jedenfalls immer wieder in dieser Form auszugsweise an unserem „Universum der innovativen Dinge“ teilhaben.

Elisabeth und das gesamte in-manas-Team

II


QUELLEN UND LESETIPPS

[1] 150M  underwater tech testing pool planned for cornwall

[2] LeoLabs declares Costa Rica Space Radar operational

[3] 30 Millionen Galaxien: Arbeit an präzisester 3D-Karte des Kosmos hat begonnen


SCHON GEWUSST?

Mit dem in-manas-Trendradar können Sie die Entwicklungen und Auswirkungen aller relevanten Mega- und Makrotrends auf Ihr Unternehmen im Kontext von Wirtschaft und Gesellschaft bewerten. Arbeiten Sie mit beliebig vielen Personen – orts- und zeitunabhängig – auf virtuellen Pinnwänden gezielt an den unterschiedlichsten Frage- oder Problemstellungen, ganz im Sinne von Open Innovation und New Work. Laden Sie Mitarbeiter, externe Kunden oder Experten zur Lösung einer konkreten Problemstellung ein. Die Teilnehmer können jederzeit eigene Vorschläge auf der virtuellen Pinwand posten und die Lösungsvorschläge anderer Teilnehmer bewerten.

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Die Autorin

Foto: Elisabeth Ackerler
Elisabeth Ackerler
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Früh den internationalen Horizont gesucht, zog es die ausgebildete Betriebswirtin in den Raumfahrtsektor, wo sie sich unter anderem bei ihren Tätigkeiten in den Bereichen Business Incubation und sozioökonomische Wirkungsanalysen bei der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA breites interdisziplinäres Wissen aneignete. In die österreichische Heimat zurückgekehrt, bleibt sie auf Entdeckungsreise in der Welt der Innovationen und widmet sich der Betreuung von Start-ups an der Fachhochschule Wiener Neustadt. Daneben richtet sie als Innovation Scout bei in-manas ihren Blick auf neuartige, gern auch sektorübergreifende Technologien und Anwendungen und zeigt spannende Geschäftsmodellinnovationen auf.