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Small Data: der kleine Bruder von Big Data?

Hand mit Datenkugel

in-manas auf den Spuren von Innovationen rund um den Megatrend „Datentechnologien“
 

Warum kleine, aber übersichtliche Datensätze keinesfalls unterschätzt werden sollten


Small Data: Von diesem Begriff ist weitaus weniger die Rede als von seinem großen Bruder Big Data, was nicht ganz fair ist. Denn erst mithilfe dieser kleineren Fassung von Datenbergen, die auch als Insights bezeichnet werden, können wir bei spezifischeren Aufgaben und Problemstellungen ein gezieltes und strukturiertes Arbeiten an den Tag legen und bessere Entscheidungen treffen. Kleine Datensätze sollten also keinesfalls unterschätzt werden, denn sie bieten zudem die Basis für innovative Ansätze und neue Geschäftsmodelle. Doch der Reihe nach. Beginnen wir mit den Unterschieden zwischen Big Data und Small Data ...


While big data is getting all the headlines, small data is the next big thing.

Eric Lundquist, Technology Analyst

Der gravierende Unterschied zwischen Small und Big Data besteht darin, dass bei Small Data der Mensch im Mittelpunkt steht. Wir müssen uns also nicht in statistischen Werten und Wahrscheinlichkeiten verlieren, wie das bei Big Data der Fall ist. Die Daten bieten vielmehr einen leichten Zugang, sind informativ und verständlich und befähigen uns zu Entscheidungen und Handlungen. [1] Oder etwas salopper formuliert: Weil Big Data uns Menschen ein paar Nummern zu groß ist – wir können sehr große Datenmengen nicht ohne künstliche Intelligenz und leistungsfähige Rechner verarbeiten und analysieren –, müssen wir uns mit kleineren, strukturierteren Datenmengen begnügen. Small Data entspricht also unserem „Fassungsvermögen“.

Die Daten werden uns in einem geeigneten Umfang und Format zur Verfügung gestellt und spiegeln trotzdem Aspekte der großen Datensätze wider. [2] Für Unternehmen bietet Small Data eine gute Möglichkeit, neue Ideen zu entwickeln, weil zum Beispiel Daten zum Kundenverhalten Bedarfe und Bedürfnisse aufzeigen oder weil unzufriedenstellende Prozesse offengelegt werden. [3]

So weit, so gut. Schauen wir uns ein paar Beispiele zum besseren Verständnis an:

 


Wie Versicherungen das Verhalten der Kunden positiv verändern können


Discovery Limited aus Südafrika war in den letzten 30 Jahren ein Vorreiter in der B2C-Versicherungsbranche und setzt nach wie vor internationale Maßstäbe mit disruptiven Geschäftsmodellen. Die Grundphilosophie des Unternehmens ist dabei, nicht primär Geld zu verdienen, sondern das Verhalten der Kunden positiv zu verändern, egal ob beim Autofahren, in der Lebensführung oder beim Investieren. Die eingesetzte Technologie hilft, die notwendigen Daten über Sensoren im Auto und am Körper zu erfassen und in eine Plattform einzuspeisen, die dann dem Versicherten nicht nur günstigere Prämien, sondern auch einen echten Cash-Back verspricht, wenn er die mit ihm persönlich vereinbarten Ziele erreicht. Dazu zählen unter anderem Fitnessprogramme, gesunde Ernährung oder Verzicht auf Alkohol. Eine App unterstützt den Nutzer dabei, die Zielerreichung zu monitoren und Gegenmaßnahmen zu treffen. Das dahinterliegende Vitality-Programm wird weltweit an andere Versicherungen lizenziert und findet sich heute auf allen Kontinenten. Als positiver Nebeneffekt verfügt Discovery auf diese Weise über einen enormen Datenberg zum individuellen Verhalten der Kunden, sodass sich die Algorithmen hinter den Bonussystemen laufend verbessern. Einen Nachteil muss man als Kunde allerdings akzeptieren: Der gläserne Mensch ist hier zur Realität geworden, wenn auch zum Vorteil des Versicherten. [4]

 


Fehlern in Produktion und Lieferketten auf die Spur kommen


Das immer komplexere Zusammenspiel von Logistik und Produktion ist ein zunehmender Unsicherheitsfaktor bei der Optimierung industrieller Prozesse. Oft wissen Unternehmen zwar, dass sich „Sand im Getriebe“ befindet, können dies aber nicht lokalisieren und kennen auch die Ursachen nicht. Ein Start-up in Karlsruhe, das von einem Projekt am Karlsruher Institut für Technologie ausging, bietet Unternehmen nun eine neuartige Lösung zur Überwachung und Diagnose ihrer Lieferketten und Produktionsabläufe. Aus einem Baukastensystem können Messmodule maßgeschneidert an die industriellen bzw. logistischen Komponenten angeschlossen werden, um signifikante Parameter des laufenden Betriebs auszulesen. Diese Daten werden analysiert und zusammengeführt, um die Fehlerquellen und Faktoren zu isolieren, die Störungen verursachen oder einen Ablauf verlangsamen. Der Baukasten enthält zudem unterstützende Komponenten für die untersuchten Prozesse im Bereich Energiemanagement, Software und Datenkommunikation und soll vom Unternehmenskunden auch ohne Hilfe von Spezialisten implementiert werden können. Das System ist in seiner Gesamtheit in alle Richtungen erweiterbar und „lernt“ diesbezüglich von den Anforderungen der Kunden. Als Vorteile gibt der Anbieter eine Steigerung der Effizienz der Abläufe, exaktere Planbarkeit der Wartungszyklen und neuer Produktionsbereiche sowie die Vermeidung von Garantie- und Haftungsfällen an. [5]

 


Infrastrukturüberwachung auf Basis von Satellitendaten


Immer mehr junge Unternehmen konzentrieren sich auf die Auswertung von Satellitendaten, um ihren Kunden einen Mehrwert zu bieten. So auch das Start-up LiveEO aus Berlin, das Satellitenbilder mithilfe von künstlicher Intelligenz analysiert, um Infrastrukturnetze wie Eisenbahnen, Stromnetze oder Pipelines zu überwachen. Betreiber können so Betriebskosten sparen, da sich beispielsweise Gefahren durch Vegetation oder Interaktionen mit Dritten entlang des Netzes detektieren lassen. Die ausgewerteten Daten werden anschließend über eine Webanwendung zur Verfügung gestellt, die das Management mit dem Wartungspersonal vor Ort verbindet und so eine detaillierte Planung und Delegation von Aufgaben ermöglicht. Das Start-up zählt bereits mehr als 30 Netzbetreiber zu seinen Kunden: unter anderem die Deutsche Bahn, das Bayernwerk, Tensio TS AS und Pipelinebetreiber wie Gascade. [6]

 

Das war also unser kleiner Beitrag zu kleinen Datensätzen. Wir hoffen, dass unsere Inhalte bezüglich Umfang und Format ganz im Sinne von Small Data gestaltet waren: informativ und leicht zugänglich. Und wer weiß: Vielleicht bringen unsere Impulse Sie auch dazu, in Ihrem Unternehmen entsprechende Schritte in die Wege zu leiten, die Ihre Geschäftsfähigkeit auf eine neue Ebene heben.

Ihr in-manas-Team

II
 


ÜBRIGENS: 

Unsere digitalen Assistenzsysteme sowie unser smartes Trendradar bieten ebenfalls einen leichten Zugang, sind informativ und verständlich. Sie erhalten relevante Informationen zu Zukunftsentwicklungen und können diese für das eigene Unternehmen nutzen. Im Juni bieten wir dazu 3 Wahltermine für ein kostenloses Webinar an.


WEBINAR IM JUNI:
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Nutzen Sie die Gelegenheit, mehr über unsere digtialen Tools und Assistenzsysteme zu erfahren und tauchen Sie mit uns am 02.,14. oder 15. Juni in ein neues Managementzeitalter ein.

 ZUM KOSTENLOSEN WEBINAr
 
 


QUELLEN UND MEHR

[1] Wobei handelt es sich um Small Data? 

[2] Big Data – Smart Data – IHK Region Stuttgart (ihk24.de) 

[3] Besser als Big Data: Wie Small Data das Marketing im Mittelstand besser macht: Ein Interview mit Martin Lindstrom

[4] Discovery is all about ecosystems. Ecosystems are all about discovery

[5] Firmenseite SenseING - Sensor Technology

[6] Firmenseite LiveEO: Infrastructure Analysis with Satellite Data

 

Die Autoren

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Wir entwickeln nicht nur digitale Management- und Consulting-Assistenzsysteme. Vielmehr eröffnen wir unseren Kunden mit unserem Innovationskompass auch die Möglichkeit, direkt auf unsere smarte Datenbank zuzugreifen, die mehrere Tausend Beiträge beinhaltet und täglich aktualisiert wird. Damit können Unternehmen sich einen Wissensvorsprung verschaffen und ihre Innovationsarbeit mithilfe von smarten Tools perfektionieren.