Facebook Pixel

Warum nachhaltige Innovationen nicht komplex sein müssen

Klaudia Weber auf den Spuren des Megatrends:
ENERGIE, KLIMAWANDEL & NACHHALTIGKEIT


Zwei innovative und simple Beispiele, die altgedienten Konzepten durchaus das "Wasser" reichen können


Auf den Spuren von New Work, New Learning und Nachhaltigkeit stoßen wir immer wieder auf spannende Geschäftsmodelle und Innovationsbeispiele, die wir mit Ihnen teilen möchten. Dieses Mal widmen wir uns verstärkt dem Thema Umweltschutz, das seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie definitiv zu kurz kommt. Auch wenn wir alle gerade mit anderen wichtigen Aufgaben beschäftigt sind, gilt es (trotzdem oder gerade deswegen), zeitnah nachhaltige Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Vielleicht stellen diese Innovationsbeispiele auch für Sie und Ihr Unternehmen eine Inspirationsquelle dar? Sie zeigen jedenfalls, dass es oft mit sehr einfachen "Mitteln" – beispielsweise mit Haaren, Speiseöl und Mehl – möglich ist, gute und wirksame Ansätze zu entwickeln, die den "alten" Konzepten durchaus das Wasser reichen könnten ... wenn sie nur ihre Nische verlassen dürften.
 


ABWASSERREINIGUNG - EINE "HAARIGE" ANGELEGENHEIT?


Mikroplastik, Erdöl und industrielle Abfallstoffe – ja sogar handelsübliche Sonnencremes in geringen Mengen – haben einen verheerenden Einfluss auf Meereslebewesen wie Fische, Algen und Korallen. Dass ausgerechnet ein Besuch beim Friseur zum Schutz der Meere und Artenvielfalt beitragen kann, klingt wohl für viele von uns überraschend. Man denke nur an die vielen chemischen Inhaltsstoffe sämtlicher Haar- und Färbemittel, die durch das Abwassersystem in den Kläranlagen landen. Die gute Nachricht lautet aber: Wir hinterlassen bei jedem Friseurbesuch einen wertvollen "Rohstoff". Denn:

Ein Kilogramm Haare kann bis zu acht Kilogramm Öl aus dem (Ab-)Wasser filtern.

In Frankreich wird dieses Wissen bereits gezielt vom Verband "Coiffeurs Justes" genutzt, indem sämtliche Haare von Partnersalons in Papiertüten gefüllt und dann wieder an den Verband zurückgegeben werden, der sich um das Recycling kümmert. Dort werden die Haare mithilfe von (ebenfalls recycelten) Nylonstrümpfen zu Rollen verarbeitet und kommen in dieser Form als Filter im Hafenbecken von Cavalaire zum Einsatz. Auch in abgegrenzten Schwimmbereichen an Badestränden werden die innovativen Haarrollen verwendet, um Schadstoffe zu filtern, sodass diese nicht mehr ins offene Meer gelangen können. Selbst für eine umweltfreundlichere Abwasserentsorgung im Bereich der Industrie ist diese "simple" Methode vorstellbar.
 

Mehr erfahren

 


ESSBARE "PLASTIK-TÜTEN" FÜR MEERESBEWOHNER 


Die beliebte Ferieninsel Bali versinkt zunehmend im Plastikmüll. Der Biologe und begeisterte Surfer Kevin Kumal suchte daher jahrelang nach einer Alternative zu Plastiktüten. Nun hat er sie gefunden. Als "Basismaterial" verwendet er eine Mischung aus Speise-Öl und Mehl, das aus der Maniokwurzel gewonnen wird. Ähnlich wie "hierzulande" die Kartoffel ist diese stärkehaltige Wurzel in Indien, Asien und der Karibik weitverbreitet. Das daraus gewonnene biologisch abbaubare Granulat kann sogar verspeist werden – auch, wenn es nach Aussagen des Erfinders nicht besonders gut schmeckt. Tatsache ist jedenfalls:  

Die aus der Maniokwurzel produzierte Plastikalternative stellt für sämtliche Meeresbewohner eine 'leichtverdauliche' Kost dar, sollten Teile der Verpackung versehentlich in deren Mägen landen.

Mit dieser einfachen Produktionsmethode können aktuell ein bis zwei Millionen Tüten pro Monat produziert werden. Kleine Modeläden "vor Ort" benutzen bereits die umweltfreundliche Alternative, um einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten und um die beliebte Surferinsel wieder zu einem naturbelassenen Paradies zu machen.
 

Mehr erfahren

 


UND ABSCHLIESSEND NOCH EIN PAAR "FACTS" ZUM THEMA MIKROPLASTIK & TEXTILIEN


Die Verseuchung der Meere mit Mikroplastik gilt neben dem Klimawandel als eines der schlimmsten Umweltprobleme der Gegenwart. Eine Quelle dieser winzig kleinen Plastikpartikel sind Textilien, etwa Kleidung aus Polyester, die beim Waschen Fasern verlieren. Diese landen dann über das Abwassersystem und die Flüsse in den Ozeanen. Ein paar wissenswerte Fakten dazu:

  • Mehr als ein Drittel des weltweiten Mikroplastik-Aufkommens stammt aus synthetischen Textilien.
  • Kläranlagen können Mikroplastik nicht aus dem Wasser filtern.
  • 42 Millionen Tonnen synthetische Textilfasern werden jedes Jahr verbraucht.
  • Seit den 1990er-Jahren werden vor allem synthetische Fasern hergestellt.
  • Wolle und Baumwolle gelten als biologisch gut abbaubar.

... als 'Gedankenimpuls' für Produzenten und Konsumenten ...

II

 


Sie möchten keinesfalls die kommenden Beiträge versäumen?

Dann schauen Sie doch entweder regelmäßig hier auf unseren Blog oder folgen Sie unserem "Kanal" – z.B. über LinkedIn, Xing oder Facebook. Hier finden Sie wöchentlich neue Beiträge zur Zukunft des Managements.

Werden Sie Follower von in-manas: intelligent management solutions und bleiben Sie damit "up-to-date".

LinkedInXingFacebook


Die Autorin

Foto: Klaudia Weber
Klaudia Weber
alle Artikel
Klaudia gibt uns regelmäßig "in-sights" rund um die Themenbereiche "New Work", "New Learning", "Nachhaltigkeit", "Neue Lebensstile" und "Neue Geschäftsmodelle" - nicht nur im Rahmen dieser Blogbeiträge, sondern auch, indem sie unseren Innovationskompass laufend mit den jüngsten Trends und Innovationen anreichert. Außerdem denkt und schreibt die "gelernte" Sozialpädagogin gerne "outside the box" und tauscht sich dazu immer wieder mit Experten und Vordenkern aus den unterschiedlichsten Disziplinen aus: angefangen von Soziologen und Philosophen bis hin zu Gehirnforschern.