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Künstliche Intelligenz: Fluch oder Segen?

Cyporg - umgeben von zwei Händen

Das in-manas-Team den Spuren des Megatrends: 
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Transhumanismus


Warum wir keine "Übermenschen" schaffen müssen. Und warum es stattdessen genügen würde, Menschenleben gesünder und leichter zu machen


KI-Anwendungen müssen nicht zwangsläufig "künstliche Intelligenzbestien" hervorbringen, so wie es Ray Kurzweil, Pionier in der KI-Forschung und Verfechter des Transhumanismus, gerne für sich sehen möchte. Seine Visionen reichen sogar so weit, dass der Mensch irgendwann sein Gehirn in die Cloud hochladen kann und dass die Gedanken von Verstorbenen in Avataren "konserviert" werden. Dabei kann Künstliche Intelligenz "einfach nur" dazu beitragen, Menschenleben gesünder und leichter zu machen. Von "Übermenschen" und "Unsterblichen" also gar keine Rede ... vielmehr von Chancen, die sich für viele Kranke oder für Menschen mit Behinderungen mit den neuesten Technologien auf Basis der "jüngsten" wissenschaftlichen Erkenntnisse auftun.


Erinnern Sie sich an die Szene in dem Film Matrix, in der Neo sich ein Kung-Fu-Programm in sein Gehirn hochlädt und damit diese Kampfsportart von einer Sekunde auf die andere perfekt beherrscht? Ginge es nach Ray Kurzweil - aktuell Leiter der technischen Entwicklung bei Google LLC - sähe unsere Zukunft genau so aus:  Er träumt vom Transhumanismus, von der Cyborgisierung des Menschen, die uns nach und nach zu superintelligenten Mischwesen macht - solange, bis die KI so weit entwickelt sein wird, dass sie sich vollständig mit der menschlichen Intelligenz verbindet. 

Was für die einen eine erstrebenswerte Zukunftsvision darstellt, ist für die anderen "das" Horrorszenario schlechthin. Denn für viele geht mit all diesen Entwicklungen die Angst einher, dass die Menschheit durch eine selbst geschaffene Superintelligenz ausgelöscht werden könnte. Während sich die Geister scheiden, sucht die "KI-Bewegung" weiter nach Möglichkeiten, die biologischen Grenzen der Menschen durch den Einsatz neuer Technologien zu verändern und zu überwinden. 

Wir haben uns "derweil" auf die Suche nach den neuesten Trends und Innovationen begeben, um den "abgehobenen" Diskussionen rund um KI etwas mehr "Bodenhaftung" zu verleihen, was angesichts unserer "realen Probleme" nicht schaden kann, wie wir finden ...
 


Künstliche Intelligenz prüft Qualitätskriterien von Spenderhornhäuten


Hornhauttransplantationen sind ein sehr häufig durchgeführter Eingriff. Die Transplantationen werden mit Spenderhornhäuten durchgeführt, die präoperativ einer strengen Qualitätskontrolle unterliegen. Guttae (Hornhautveränderungen) bleiben jedoch oft unentdeckt und führen nach der OP bei den betreffenden Personen zu Sehstörungen. Zur Verbesserung der Qualitätsrate wurde ein KI-Verfahren entwickelt, das mithilfe von Klassifikationsalgorithmen die Eignung einer Hornhaut für eine Transplantation prognostizieren soll. Künstliche Intelligenz ist aufgrund ihrer technologischen Eigenschaften im Bereich der Bild- und Musteranalyse besonders gut darin, auch sehr minimale Unregelmäßigkeiten oder Deformitäten des Gewebes zu identifizieren. Trainiert wird der Algorithmus mit unzähligen mikroskopisch erfassten Bilddaten von Hornhäuten, die die notwendigen Klassifikationsparameter abbilden, wodurch die KI zu selektieren lernt. Abschließend werden die Klassifikationen des Algorithmus durch einen Experten geprüft, wodurch das intelligente System stetig optimiert werden kann. Die Überlebensrate von Transplantaten kann somit langfristig gesteigert und mehrmalige Eingriffe können verringert werden. [1]


Gehirn-Computer-Schnittstelle für blinde und gelähmte Menschen


Mithilfe einer Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-Computer-Interface oder BCI) können Menschen rein mit ihrer Gedankenkraft Computer und Maschinen steuern. Damit tun sich auch große Hoffnungen für blinde oder gelähmte Menschen auf. Allerdings lassen sich die technischen Geräte noch nicht optimal mit den menschlichen Gehirnen verbinden. Die „Schnittstellenproblematik“ ergibt sich dadurch, dass Computer seriell arbeiten. Sämtliche Berechnungen werden also in hoher Geschwindigkeit nacheinander durchgeführt. Die Datenverarbeitung im Gehirn erfolgt hingegen mit vergleichsweise langsamen Nervenzellen, dafür aber zeitgleich, was insgesamt zu schnelleren Ergebnissen führt. Die Herausforderung besteht somit darin, eine Gehirn-Computer-Schnittstelle zu schaffen, die sämtliche Informationen von Millionen aktiven Nervenzellen gleichzeitig aufnehmen und wieder an einen Rechner abgeben kann. Nun gibt es vielversprechende Ansätze des texanischen Start-ups Paradromics. Das geplante Brain-Computer-Interface des Unternehmens soll aus Tausenden Platin-Iridium-Mikrodrähten bestehen, die fünfmal so dünn wie ein menschliches Haar sind. Die Spitzen der Drähte sollen im Gehirn neuronale Signale aufnehmen, die im nächsten Schritt in eine Platine an der Oberfläche des menschlichen Gehirns münden. Dort soll der Datenstrom verarbeitet und in eine Kommunikationseinheit im Brustkorb geleitet werden, wo wiederum ein Kabel zu einem Computer verläuft. Aktuell wird daran gearbeitet, mehr Elektroden im Gehirn zu implementieren. Damit ließen sich große Datenströme von hochauflösenden Kameras übertragen, wodurch blinde Menschen wieder sehen könnten. Gelähmte Menschen könnten anstelle einzelner Roboterarme oder -beine sogleich ein ganzes Exoskelett steuern und sich damit frei bewegen. Noch existiert nur ein Prototyp. Doch bis zum Jahr 2023 soll der erste Patient die Paradromics-Gehirn-Computer-Schnittstelle eingesetzt bekommen. [2]


Sensor zur Früherkennung von Herzinfarkten


Ein neuer tragbarer Sensor, der auf Basis von künstlicher Intelligenz arbeitet, könnte Ärzten dabei helfen, kritische Veränderungen bei Herzinsuffizienz-Patienten schon Tage vor dem Auftreten einer Gesundheitskrise aus der Ferne zu erkennen. Damit ließen sich Krankenhausaufenthalte im Vorfeld abwenden. Die dafür relevanten Informationen wie Herzfrequenz, Herzrhythmus, Atemfrequenz, Geh- und Schlafverhalten, Körperhaltung und vieles mehr werden von einem Sensor über Bluetooth an ein Smartphone übertragen und dann an eine eigens entwickelte Analyseplattform auf einen sicheren Server weitergeleitet. Mithilfe von künstlicher Intelligenz wird die Analyse vorgenommen und mit den Normwerten jedes einzelnen Patienten verglichen. Ziel ist es jedenfalls, den Gesundheitszustand von Herzpatienten über Vergleichswerte zu beobachten, um bei einer Verschlechterung rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. [3]

 

Diese ausgewählten Beispiele zeigen, dass die  "Überwindung" der biologischen Grenzen durchaus etwas Positives mit sich bringen können.  Ob das Einsetzen "entnommener" und gespeicherter Erinnerungen verstorbener Menschen in Avatare tatsächlich als "Evolutionsschritt" bezeichnet werden kann, bleibt für uns hingegen fragwürdig.


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QUELLEN UND LESETIPPS

[1] vgl. KI-Verfahren erkennen Qualität von Spenderhornhäuten – Projekt „KItatta“ gestartet  

[2] vgl. Diese Gehirn-Computer-Schnittstelle soll gelähmten Menschen beim Sehen, Gehen und Sprechen helfen

[3] vgl. Wearable Sensor powered by AI predicts worsening heart failure before hospitalization

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