INNO-VERSE: Aufbruch in eine neue Ära

Bild mit einer Glühbirne im Universum

Univ.-Prof. Dr. Kurt Matzler im Gespräch mit Franz Bailom

Warum wir gerade an einem Innovationsuniversum arbeiten, in dem Zukunft „entsteht“ und welchen Nutzen unser INNO-VERSE für Unternehmen, Organisationen und Netzwerke stiftet.


Gehen wir die Dinge einmal anders an! Normalerweise präsentieren wir hier regelmäßig Interviews, um die Innovations- und Strategiearbeit mit befruchtenden Impulsen und Ideen zu befeuern. Dazu unterhalten wir uns mit ganz unterschiedlichen Personen, seien es Trend- und Branchenexperten oder innovative Start-up-Gründer und Unternehmer. Dieses Mal ist es umgekehrt: Kurt Matzler, Professor für Strategisches Management an der Universität Innsbruck, hat mir ein paar Fragen gestellt, und zwar zum INNO-VERSE, unserem neuen Innovationsuniversum. Ich habe Kurt Rede und Antwort gestanden, was es damit auf sich hat und wie Organisationen in und mit unserem INNO-VERSE seit 24. November 2022 arbeiten können. 


Kurt Matzler: Franz, ich verfolge eure Arbeit nun schon seit Jahren, um nicht zu sagen seit Jahrzehnten. Du warst vor der Gründung von in-manas jahrelang bei IMP (also Innovative Management Partner) als CEO und Consultant tätig, einem Beratungshaus, das du Anfang der 1990er-Jahre gemeinsam mit deinem Kollegen Dieter Tschemernjak als Spin-off der Universität Innsbruck (Lehrstuhl für Unternehmensführung) ins Leben gerufen hast. 2016 hast du – gemeinsam mit weiteren Schlüsselpersonen – entschieden, dich neu aufzustellen und ein weiteres Unternehmen zu gründen – mit dem Ziel, mit einer intelligenten Softwarelösung sowie zugehörigen Konzepten und Tools die Strategie- und Innovationsarbeit von Unternehmen und Organisationen auf eine neue Stufe zu heben.

Jetzt geht ihr mit dem INNO-VERSE einen Schritt weiter: Dabei handelt es sich nach meinem Verständnis um einen digitalen Ort, an dem Innovationsarbeit auf eine völlig neue Art und Weise realisiert werden kann. Dabei spielen offensichtlich Hubs eine zentrale Rolle. Warum braucht es überhaupt Innovationsräume wie diese und wie kann man sich Innovations- und Strategiearbeit im INNO-VERSE genau vorstellen?

Franz Bailom: Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Der Wettbewerb intensiviert sich laufend und viele der etablierten Player geraten unter Druck, man denke etwa an die Probleme, die sich durch den zunehmenden Rohstoffmangel – gepaart mit den jüngsten klimatischen und geopolitischen Veränderungen – ergeben. Neue Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind gefragt. Und zwar rasch. Um zielgerichtete Innovationsarbeit zu leisten, müssen Unternehmen allerdings die Zukunft antizipieren können. Und genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung. Denn laut einer McKinsey-Studie aus dem Jahr 2021 müssen bis zum Jahr 2026 50 Prozent der Umsätze mit Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen erzielt werden, die es heute noch nicht gibt. 

Wir möchten daher mit unserem INNO-VERSE, das wir am 24. November 2022 gelaunched haben, alle neuesten Tools, Methodensets und Konzepte auf einer smarten und nutzenstiftenden Innovationsplattform zur Verfügung stellen. Unseren Kunden möchten wir dadurch die Chance bieten, zu „World-Class Innovators“ zu werden, um Zukunft proaktiv und kollaborativ zu gestalten – auf Wunsch auch unter Einbindung von Externen.

Kurt Matzler: Du sprichst von „World-Class Innovators“. Wodurch zeichnen sich diese aus?

Franz Bailom: Bei unserer langjährigen Arbeit in der Strategie- und Innovationsarbeit bei zahlreichen Unternehmen und Organisationen konnten wir feststellen, dass sie insbesondere

  • laufend leistungsfähigere Produkte und Services sowie effizientere Prozesse realisieren,
  • deutlich höhere Renditen als andere Unternehmen erzielen und
  • schneller mit Innovationen und adaptierten Geschäftsmodellen auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren können.

Das klingt einfach und logisch. Allein die Umsetzung gestaltet sich schwierig, insbesondere in volatilen, unsicheren Zeiten wie diesen, in einer zunehmend komplexen Welt mit systemischen Auswirkungen, sobald sich auch nur ein Parameter minimal verändert. Wir möchten unseren Kunden daher mit dem INNO-VERSE den Zugang zu diesen Kernkompetenzen der weltbesten Innovatoren eröffnen. Es geht also darum, unsere User zu befähigen, 

  1. die für sie bedeutenden Innovations- und Wachstumsfelder der Zukunft zu erkennen,
  2. die in diesen Feldern relevanten Technologien und Innovationslogiken zu identifizieren und zu nutzen und darauf aufbauend
  3. relevante Innovationen zielgerichtet und effektiv zu entwickeln.

Kurt Matzler: Welche konkreten „Werkzeuge“ stellt ihr dafür zur Verfügung?

Franz Bailom: Im ersten Schritt können unsere Kunden im Rahmen unterschiedlicher Memberships in nur wenigen Schritten themenspezifische INNOVATIONS- UND STRATEGIEHUBS aufbauen und dort gezielt Mitglieder und Experten zur gemeinsamen Innovationsarbeit einladen. Und in diesen Hubs bieten wir für unterschiedliche Phasen der Strategie- und Innovationsarbeit auch unterschiedliche Tools an:

  • So können Unternehmen mit dem TRENDRADAR die zentralen Innovations- und Wachstumsfelder der Zukunft identifizieren. Neben der Möglichkeit einer Bewertung sämtlicher Branchen in Bezug auf einwirkende Trends und Einflüsse durch interne und externe Experten ist das Radar mit relevanten Branchen- und Trenddaten gespeist.
  • Nach der Bewertung können sich unsere Kunden auch konkret anzeigen lassen, welche Technologien und Innovationen sich in diesen Feldern bereits abzeichnen. Möglich wird das mit einem täglich wachsenden INNOVATIONSKOMPASS, der eine Suche entlang aller Branchen und Mega- sowie Makrotrends ermöglicht und dabei Tausende Use-Cases, Innovations- und Technologieinputs, Patente und Forschungsarbeiten zur Verfügung stellt... 
  • Und dann geht es an das zielgerichtete Entwickeln von Ideen: Mit digitalen PINNWÄNDEN können alle Beteiligten zeit- und ortsunabhängig Ideen entwickeln, bewerten und kommentieren.
  • Zudem können jederzeit arbeitsgruppenspezifische CHANNELS eingerichtet werden, in denen man sich gezielt austauschen kann.

Außerdem erhalten Interessierte einen Zugang zu sogenannten OPEN KNOWLEDGE HUBS und können dort auf den Content bzw. auf das Wissen renommierter Organisationen wie des GDI, des Gottlieb-Duttweiler-Instituts, zugreifen. 

Kurt Matzler: Das klingt sehr spannend. Es wird also beides möglich sein: das Arbeiten im „Inner Circle“, aber auch die Öffnung nach außen samt Einbindung externen Wissens. Das ist ein wichtiger Punkt. Denn auch unsere Studien zeigen, dass diejenigen Unternehmen zu den weltweit erfolgreichsten gehören, die in der Lage sind, Strategie- und Innovationsarbeit anders und offener zu denken. Sie binden externe Akteure ein: Experten, Lieferanten, Kunden, Entrepreneure – ja, sogar Wettbewerber. Bleibt zu hoffen, dass vielerorts „Orte der Zukunft“ in eurem Verständnis entstehen. Jedenfalls scheint ihr mit dem INNO-VERSE am Puls der Zeit zu liegen. Alles Gute weiterhin, Franz!

Franz Bailom: Danke dir, Kurt! 

II


Und für alle, die nun neugierig sind und bis zum Launch in wenigen Wochen schon mehr erfahren oder auch eine Demo buchen wollen:

HIER ENTLANG  > 

Die beiden Gesprächspartner

Kurt Matzler
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Prof. Kurt Matzler ist Professor für Strategisches Management an der Universität Innsbruck, akademischer Leiter des Executive-MBA-Programms am MCI in Innsbruck und Partner von IMP, einem internationalen Beratungsunternehmen. Er ist Autor von über 300 wissenschaftlichen Arbeiten und mehreren Büchern und beschäftigt sich intensiv unter anderem mit der Zukunft der Branche Business Services.
Franz Bailom
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Franz Bailom hat bereits zahlreiche Unternehmen bei ihren Strategie- und Innovationsprozessen begleitet. In seinen Beiträgen und Interviews gibt er „in-sights“ mit Blick auf die Welt des Managements 4.0. Im Kern geht es dabei um die Nutzung von digitalen Assistenten und Tools in der Strategie- und Führungsarbeit.