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Blockchains über Branchen hinweg

Bilder von unterschiedlichen Branchen für Blockchaintechnologie

in-manas auf den Spuren von Innovationen rund um den Megatrend „Datentechnologien“

BLOCKCHAIN

Wie Blockchains sämtliche „Ketten sprengen“ und weshalb sie nicht nur für Banken eine spannende Zukunftstechnologie sind


Blockchains sind heutzutage in aller Munde und wecken Hoffnungen über Industriegrenzen hinweg. Vor allem die Logistikbranche und der Finanzsektor sammeln bereits seit geraumer Zeit Erfahrungen damit, schnelle und sichere Transaktionen in einem Netzwerk mit vielen Beteiligten abzuschließen. [1] Die zugrunde liegende Technologie wurde erstmals 1991 von einer Gruppe von Forschern beschrieben und war ursprünglich dafür gedacht, digitale Dokumente mit einem „Zeitstempel“ zu versehen, sodass sie weder umdatiert noch manipuliert werden können – ähnlich wie bei einem Notar. Jahre später wurde die Blockchain-Technologie von Satoshi Nakamoto adaptiert, einer Person oder vielleicht auch Personengruppe, die unter diesem Pseudonym als Erfinder der Kryptowährung Bitcoin gilt. [2]

Doch wie funktionieren Blockchains genau, welche Probleme können sie lösen und wo kommen sie überall zum Einsatz? Wir haben uns nicht nur „theoretisch“ damit auseinandergesetzt, sondern unsere Innovation Scouts auch gebeten, nach „praktischen“ neuen Anwendungsfeldern dieser Technologie Ausschau zu halten. Doch Schritt für Schritt … Oder auch Block für Block … 


BLOCK 1:
DIE THEORIE

Eine Blockchain ist – wie der Name sagt – eine Kette von Blöcken, die Informationen enthalten. Sie ermöglicht es, diese Informationen mithilfe einer dezentralen, von vielen Teilnehmern gemeinsam genutzten Datenbank fälschungssicher zu übermitteln, sodass Kopien ausgeschlossen sind. Die Datenbank wird auch als Hauptbuch oder verteiltes Register (Distributed Ledger) bezeichnet und ist auf vielen Rechnern in einem Peer-to-Peer-Netzwerk abgelegt, wobei jeder neue Knoten mit seinem Beitritt eine vollständige Kopie der Blockchain übernimmt und ab sofort die Aufgabe hat, Transaktionen zu überprüfen und zu dokumentieren. Blockchains sind demnach sichere, stets aktuelle Verzeichnisse, in denen sich digitale Transaktionen verlässlich und für die Teilnehmer nachvollziehbar dokumentieren lassen. Die aufgezeichneten Daten innerhalb einer Blockchain können im Nachhinein nicht mehr verändert werden. Das liegt daran, dass jede Information einen Block bildet, bei dem die Daten bzw. der jeweilige Hash des Blocks – also dessen ID – und der Hash des vorherigen Blocks wie folgt „zusammenhängen“: 

  • Die in einem Block gespeicherten DATEN können abhängig von der Art der Blockchain variieren. Die Bitcoin-Blockchain zum Beispiel speichert Details über eine Transaktion – konkret:  den Absender, den Empfänger und die Anzahl der Bitcoins.
  • Für jeden Block wird ein HASH – also eine Art digitaler Fingerabdruck – berechnet. Er ist einzigartig und identifiziert jeden Block und dessen Inhalte. Jede Veränderung innerhalb des Blocks führt zu einer Veränderung des Hashwertes. Sobald sich aber der Fingerabdruck verändert, handelt es sich auch nicht mehr um denselben Block.
  • Zudem enthält jeder Block den HASH DES VORHERIGEN BLOCKS. So entsteht eine Kette von Blöcken und damit kommt es auch zu einer Art „Kettenreaktion“. Ändert sich nämlich eine Information, ändert sich auch ihr Hash und damit werden die Hashes aller folgenden Blöcke neu berechnet. 

So weit, so gut! [1] [2] [3]

Natürlich könnte man noch unzählige Worte über dieses komplexe Thema verlieren. Doch bevor Sie uns vor lauter Theorie „abblocken“, kommen wir zur Praxis. Denn mittlerweile gibt es neben der Kryptowährung viele Anwendungsbereiche, in denen diese Technologie eine große Rolle spielt: angefangen vom Tracking von Lieferketten in der Modeindustrie über das Gesundheitsmanagement und die Überwachung und Abwicklung von globalen Lieferketten bis hin zum Austausch sensibler Kundendaten. Lesen Sie im nächsten „Block“ ein paar veranschaulichende Beispiele aus unserem Innovationskompass.


RANDBEMERKUNG:

Mit unserem Innovationskompass können Sie direkt auf unsere smarte Datenbank zugreifen, die mehrere tausend Beiträge zu Innovationen über sämtliche Branchen hinweg bereithält und täglich aktualisiert wird. Dadurch bleiben Sie „up to date“ und können sich jederzeit und überall über Ihr Mobile Phone oder Ihren Computer für Ihre Arbeit inspirieren lassen.

MEHR ERFAHREN 


 

 

BLOCK 2:
DIE PRAXIS


MODE:
Tracking von Lieferketten in der Modebranche per Blockchain


Noch immer wird die Modeproduktion von schnelllebigen Trends, unsicheren Arbeitsbedingungen und umweltschädlichen Produktionsmethoden geprägt. Zudem herrscht weitestgehend Intransparenz, sodass Verbraucher kaum nachvollziehen können, unter welchen Bedingungen ein Kleidungsstück hergestellt wurde. Diesem Problem will sich das Berliner Start-up Threadcounts annehmen, indem es die Lieferketten der Textilindustrie offenlegt. Basierend auf Blockchain-Technologie sollen die einzelnen Stufen der Wertschöpfungsketten getrackt und in einem sogenannten Product Passport hinterlegt werden. Über einen QR-Code könnte somit der Pass für jedes einzelne Kleidungsstück abgerufen werden, sodass die Verbraucher informierte Kaufentscheidungen treffen können. Dabei verhindert die Blockchain Fälschungen und Duplikate und ebnet den Weg für umfassende Transparenz und nachhaltige Lieferketten. Threadcounts kooperiert bereits mit einem türkischen Textilproduzenten, um die Verarbeitung von Bio-Baumwolle bis zu den fertigen Handtüchern in Deutschland nachverfolgbar zu machen. [4]


GESUNDHEIT:
Blockchain-basiertes Gesundheitsmanagement


Die Einführung der elektronischen Patientenakte bietet viele Vorteile für alle Parteien und ermöglicht eine effizientere sowie effektivere medizinische Versorgung. Mit dem elektronischen Aktensystem gehen auch diverse Sicherheitsbedenken bezüglich des Datenschutzes und der Datenhoheit einher. Das Forschungsprojekt BloG3 am Forschungszentrum Informatik (FZI) in Karlsruhe untersucht deswegen, inwiefern sich Blockchain-Technologie im Zusammenhang mit sensiblen Gesundheitsdaten verwenden lässt. Gemeinsam mit Vertretern des Gesundheitswesens und Partnern aus Forschung und Industrie werden die technischen, ökonomischen und juristischen Zusammenhänge und Auswirkungen in einer realen Umgebung konzipiert und erprobt. Patienten soll so mehr Sicherheit und Kontrolle über ihre Daten garantiert werden. Sie sollen selbst entscheiden können, wer Einblick in die Daten bekommt und ob sie beispielsweise für Forschungszwecke verwendet werden dürfen. [5]


LOGISTIK:
Blockchain Device: Neues Gerät zur Überwachung und Abwicklung von globalen Lieferketten


In der deutschen Logistikbranche wurden bereits mehrere Initiativen für die Sicherung von Abläufen und Lieferketten im Transportgewerbe mittels Blockchain-Technologie gesetzt, nun steuert das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund einen weiteren Baustein zu dieser technologischen Neuorientierung bei. Das „Blockchain Device“ ist eine Art Smartphone, beschränkt sich aber auf spezifische Aufgaben: als „sichere Verbindung“ zwischen logistischen Vertragspartnern, die damit Transaktionen und Zahlungen abwickeln können, die bis ins Detail manipulationssicher nachvollziehbar sind. Die Entwickler betrachten das Gerät als Schlüsseltechnologie für eine zukünftige „Silicon Economy“, deshalb wurde es auch nicht auf bestehenden Komponenten aufgesetzt, sondern, angefangen mit der Hardware, vollkommen neu konstruiert. Es verfügt über eine Reihe von Sensoren – Temperatur, Lage, Beschleunigung –, ein hochauflösendes, beschreibbares Display, ein 5G-Frequenzband und einen Akku, der im Dauerbetrieb zwei Wochen durchhält, im Standby-Modus sogar zwei Jahre. Das Blockchain Device verfolgt die verschickten Waren im Internet der Dinge, kennt jederzeit ihre Position und vermag sie auch punktuell zu steuern. Zur Qualität der Datensicherung gehört auch, dass das System für die Implementierung in die „International Data Spaces“ vorbereitet ist, einen gesicherten Raum des internationalen Datenaustausches für Unternehmen. Das Blockchain-Device-Projekt ist das erste, das vom – im Fraunhofer IML beheimateten – „Europäischen Blockchain-Institut“ federführend realisiert wurde. [6]


BANKEN:
Banken nutzen Blockchain-Technologie zum Austausch sensibler Kundendaten


Die vier großen belgischen Banken Belfius, BNP Paribas Fortis, ING Belgium und KBC werden die Blockchain-Technologie nutzen, um den Datenaustausch untereinander zu vereinfachen und so Geldwäsche und Betrug zu verhindern. Der belgische Finanzsektor ist der erste in Europa, der eine solche sichere, dezentralisierte Datenbank mit Blockchain-Technologie zur Identifizierung von Unternehmen gemeinsam nutzt. Die in Belgien ansässige Isabel Group hat eine Anwendung namens Kube entwickelt, die es den teilnehmenden Instituten erleichtert, eine zentrale Anforderung im Kampf gegen Geldwäsche und andere illegale Transaktionen zu erfüllen: die Identitätsprüfung. Banken müssen häufig die Identitäten der Leiter und Hauptaktionäre eines Unternehmens überprüfen, wenn dieses ein Konto bei ihnen eröffnet. Anstatt dies einzeln zu tun, werden sie nun in der Lage sein, die Informationen auf sichere und schnelle Art und Weise auszutauschen. [7]


Der Begriff Blockchain steht also für Technologien, bei denen Kryptowährungen nur eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten darstellen. Wie Sie sehen, lässt sich noch viel mehr damit machen. Vielleicht finden auch Sie innovative Wege, um diese Zukunftstechnologie für Ihr Unternehmen zu nutzen.

Ihr in-manas-Team

II


QUELLEN UND VERTIEFUNGSTIPPS:

[1] Was ist eine Blockchain: Definition, Vorteile und Nachteile
[2] Blockchain in 3 Minuten erklärt
[3] Wie funktioniert eine Blockchain - Einfach erklärt
[4] Threadcounts: Nachhaltige Mode mit Hilfe der Blockchain
[5] Mehr Kontrolle und Sicherheit für den Austausch von Gesundheitsdaten mit Hilfe von Blockchain-Technolgie
[6] Blockchain Device« schlägt neues Kapitel in der Logistik auf
[7] Business KYC made easy

Die Autoren

Das in-manas-Team
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Wir entwickeln nicht nur digitale Management- und Consulting-Assistenzsysteme. Vielmehr eröffnen wir unseren Kunden mit unserem Innovationskompass auch die Möglichkeit, direkt auf unsere smarte Datenbank zuzugreifen, die mehrere Tausend Beiträge beinhaltet und täglich aktualisiert wird. Damit können Unternehmen sich einen Wissensvorsprung verschaffen und ihre Innovationsarbeit mithilfe von smarten Tools perfektionieren.